Kurz gesagt
- Termine 2026: Black Friday 27.11., Cyber Monday 30.11., dann Weihnachtsgeschäft.
- 30-Tage-Regel: Ein Rabatt muss sich auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage beziehen (§ 9a PrAG).
- Online: 14 Tage Widerrufsrecht – auch bei reduzierter Ware; Retouren einplanen.
- Vorbereiten: Lager, Technik und Buchhaltung aufs Umsatzhoch.
Hinweis: Dieser Artikel bezieht sich auf Österreich und ist ein praktischer Überblick, keine Rechtsberatung. Für die rechtssichere Umsetzung von Preiswerbung hilft die WKO oder ein spezialisierter Anwalt.
Die Termine 2026
Black Friday ist 2026 am Freitag, dem 27. November, der Cyber Monday am 30. November. Viele Händler dehnen die Aktionen zur „Black Week" aus und starten damit direkt ins Weihnachtsgeschäft. Umfragen der WKO zeigen: Für die Kundschaft ist die Höhe des Rabatts der mit Abstand wichtigste Kaufgrund, gefolgt von exklusiven Angeboten. Besonders gefragt sind Kleidung, Elektronik und Kosmetik. Kurz: Die Nachfrage ist da – du musst nur vorbereitet sein.
Die wichtigste Regel: ehrliche Rabatte
Das ist der Punkt, an dem sich schon viele Händler Abmahnungen eingefangen haben. Seit der Umsetzung der EU-Preisangaben-Richtlinie gilt in Österreich die 30-Tage-Regel (§ 9a Preisauszeichnungsgesetz): Bewirbst du eine Preisermäßigung, musst du dich auf den niedrigsten Preis beziehen, den du in den letzten 30 Tagen im selben Vertriebskanal verlangt hast.
Ein Beispiel: Wenn ein Artikel in den letzten 30 Tagen zeitweise 80 € gekostet hat, darfst du einen „Statt 100 €"-Streichpreis nicht auf die 100 € beziehen – Referenz sind die 80 €. Ein „minus 30 %" ist nur erlaubt, wenn der neue Preis wirklich 30 % unter diesem 30-Tage-Tiefstpreis liegt. Der Trick, Preise kurz vorher zu erhöhen und dann „zu reduzieren", ist damit tabu – und ein beliebtes Ziel für Abmahnungen durch Mitbewerber. Sei bei der Preiswerbung also ehrlich und dokumentier deine Preisverläufe.
Online verkaufen: Retouren & Widerrufsrecht
Mehr Bestellungen heißt auch mehr Retouren. Im Fernabsatz (Onlinehandel) haben Verbraucher grundsätzlich 14 Tage Widerrufsrecht – auch bei Black-Friday-Schnäppchen. Darauf solltest du vorbereitet sein: ein klarer, gut sichtbarer Retourenprozess, realistische Lieferzeiten (lieber ehrlich kommunizieren als enttäuschen) und eine Website, die den Ansturm aushält. Denk auch an die Barrierefreiheit deines Shops – die ist seit 2025 Pflicht und wird gerade zu Spitzenzeiten wichtig.
Lager & Technik bereit machen
Nichts ist ärgerlicher, als ein Produkt zu verkaufen, das gar nicht mehr da ist. Vor dem Ansturm lohnt sich der Blick auf:
- Lagerbestand: rechtzeitig aufstocken und laufend im Blick behalten, damit du nicht überverkaufst (mehr dazu im Ratgeber Lagerbestand im Griff).
- Technik: Shop-Performance, funktionierende Zahlungsarten, ein getesteter Checkout.
- Versand: genügend Verpackung, klare Abläufe, realistische Kapazität.
Buchhaltung aufs Umsatzhoch vorbereiten
Ein Umsatzhoch ist schön – aber nur, wenn hinten die Zahlen stimmen. Sorge dafür, dass Rechnungen und Belege auch bei hohem Volumen sauber und automatisch entstehen, behalte die Umsatzsteuer im Blick (das Hoch kann deinen UVA-Rhythmus beeinflussen) und plane deine Liquidität: Wareneinkauf und Marketing gehen oft vor dem Geldeingang raus.
Nicht nur über den Preis gewinnen
Gegen die Rabatte der großen Ketten kommst du als kleiner Betrieb selten an – und das musst du auch nicht. Deine Stärken liegen woanders: persönliche Beratung, Service, durchdachte Bundles statt pauschaler Prozente, und das Herkunftssignal „aus Österreich", das vielen Kundinnen und Kunden wichtig ist. Ein ehrlicher, gut gemachter Aktionszeitraum bringt dir oft treuere Kunden als die lauteste Rabattschlacht.
Was heißt das für dich?
Die Kurzfassung als Checkliste: Rabatte ehrlich auszeichnen (30-Tage-Regel), Retouren und Widerruf einplanen, Lager und Technik rechtzeitig prüfen, Buchhaltung bereithalten – und mit Service und Regionalität punkten statt nur mit dem niedrigsten Preis. Wer das Mitte November im Griff hat, geht entspannt ins beste Quartal des Jahres.
Häufige Fragen
Wann ist Black Friday 2026?
Black Friday fällt 2026 auf Freitag, den 27. November, der Cyber Monday auf den 30. November. Damit beginnt traditionell das Vorweihnachtsgeschäft, das bis Weihnachten läuft. Viele Händler dehnen die Aktionen auf eine ganze „Black Week" aus.
Was besagt die 30-Tage-Regel bei Rabatten?
Nach § 9a Preisauszeichnungsgesetz muss sich eine beworbene Preisermäßigung auf den niedrigsten Preis beziehen, den du in den letzten 30 Tagen vor der Aktion im selben Vertriebskanal verlangt hast. Ein „minus 30 Prozent" ist also nur zulässig, wenn der Preis tatsächlich um 30 Prozent unter diesem 30-Tage-Tiefstpreis liegt. Das verhindert Mogelrabatte durch kurz vorher erhöhte Preise.
Gilt das Widerrufsrecht auch bei Black-Friday-Angeboten?
Ja. Im Onlinehandel (Fernabsatz) haben Verbraucher grundsätzlich 14 Tage Widerrufsrecht – auch bei reduzierter Ware. Ein Rabatt ändert daran nichts. Plane die Retouren also fest ein und mach deine Rücksendebedingungen klar sichtbar, gerade wenn das Bestellvolumen steigt.
Wie bereite ich meinen kleinen Shop am besten vor?
Sorge für ausreichend Lagerbestand und verkaufe nichts doppelt, prüfe die Technik (Shop-Performance, Zahlungsarten, Barrierefreiheit), kommuniziere realistische Lieferzeiten und richte deinen Retourenprozess ein. Halte außerdem Rechnungen und Buchhaltung aufs Umsatzhoch bereit. Und setze nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Service und Regionalität.
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