Kurz gesagt
- Wenn du KI nur nutzt (ChatGPT & Co.), bist du fast immer im minimalen Risiko – kaum Pflichten.
- Zwei Dinge betreffen dich trotzdem: KI-Kompetenz (seit Feb 2025) und Transparenz (ab 2. August 2026).
- Transparenz heißt: Chatbot als KI ausweisen, KI-Inhalte/Deepfakes kennzeichnen.
- Keine Zertifikate nötig – eine kurze Einschulung und ein bisschen Ehrlichkeit reichen weit.
Vorweg: Ich bin kein Jurist, das ist der Überblick, keine Rechtsberatung. Bei kniffligen Fällen hilft dir die Wirtschaftskammer weiter. Aber die Grundzüge kannst du in zehn Minuten verstehen.
Worum geht es beim AI Act?
Der AI Act ist die erste umfassende KI-Regel der EU. Der Trick dahinter ist ein Risiko-Ansatz: Nicht jede KI wird gleich behandelt, sondern danach, wie gefährlich ihr Einsatz ist. Je höher das Risiko, desto strenger die Regeln. Und die allermeisten Alltags-Anwendungen landen ganz unten, im harmlosen Bereich.
Die vier Risikoklassen, kurz
- Verboten: Dinge wie Social Scoring oder Emotionserkennung am Arbeitsplatz. Für dich kein Thema.
- Hochrisiko: KI in sensiblen Bereichen (Medizin, Personalentscheidungen, kritische Infrastruktur). Streng reguliert, betrifft aber wenige.
- Begrenztes Risiko: KI, die mit Menschen interagiert oder Inhalte erzeugt. Hier gilt: Transparenz.
- Minimales Risiko: der große Rest, von der Texthilfe bis zum Terminvorschlag. Praktisch keine Auflagen.
Die gute Nachricht: Du bist meistens ganz unten
Wichtig ist die Rolle: Wenn du ein fertiges Tool wie ChatGPT einsetzt, bist du Betreiber, nicht Anbieter. Die schweren Pflichten treffen die, die KI-Systeme bauen und verkaufen, nicht die, die sie benutzen. Für einen normalen Betrieb, der KI für Texte, Ideen oder Organisation nutzt, bleibt fast alles im minimalen Risiko. Aufatmen.
Die zwei Dinge, die dich trotzdem betreffen
Ganz ohne kommst du aber nicht davon, und diese zwei Punkte solltest du kennen.
1. KI-Kompetenz (seit Februar 2025). Wer KI im Betrieb einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Leute, die damit arbeiten, ein Grundverständnis haben: Was kann das Tool, wo sind seine Grenzen, und was darf man ihm auf keinen Fall anvertrauen (Stichwort sensible Kundendaten). Das klingt nach viel, ist aber machbar: Es braucht kein Zertifikat, eine kurze, dokumentierte Einschulung oder ein internes Merkblatt reicht in der Regel. Wichtig ist, dass niemand blind irgendwas in ein KI-Tool kippt.
2. Transparenz (ab 2. August 2026). Ab diesem Datum gilt: Wenn ein Chatbot mit deinen Kunden spricht, musst du kenntlich machen, dass da eine KI antwortet und kein Mensch. Und KI-generierte Inhalte – vor allem täuschend echte Bilder, Videos oder Audio (Deepfakes) – müssen als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden. Für den Alltag heißt das meist nur: ein ehrlicher Hinweis, mehr nicht.
Der Zeitplan auf einen Blick
Damit du weißt, was wann kommt:
- 2024: der AI Act tritt in Kraft.
- Februar 2025: verbotene Praktiken und die KI-Kompetenz gelten.
- August 2025: Regeln für allgemeine KI-Modelle.
- 2. August 2026: der Großteil der Verordnung, samt Transparenzpflichten.
- 2027: die strengen Hochrisiko-Regeln.
Was du konkret tun kannst
Ganz unaufgeregt, in der richtigen Reihenfolge:
- Schreib kurz auf, wo du überhaupt KI nutzt (Texte, Bilder, Chatbot, …).
- Mach eine kurze Einschulung für alle, die KI verwenden, und halt sie in zwei Sätzen fest – das ist deine KI-Kompetenz.
- Hast du einen Chatbot auf der Website? Schreib dazu, dass es ein KI-Assistent ist.
- Veröffentlichst du KI-Bilder oder -Texte? Kennzeichne sie, wenn sie echt wirken könnten.
- Und, unabhängig vom AI Act: keine sensiblen Daten in öffentliche KI-Tools kippen (das ist Datenschutz).
Bürokratie oder sinnvoll?
Kurz zur Debatte, weil sie gerade tobt. Ja, es ist wieder eine Verordnung, und das nervt viele zurecht. Andererseits ist der Kern hier ziemlich menschlich: Sag den Leuten, wenn sie mit einer Maschine reden, und lüg nicht mit gefälschten Bildern. So gesehen ist der Teil, der dich betrifft, weniger Bürokratie als schlicht Anstand. Wo du stehst, musst du selber wissen – für dich als Betrieb zählt ohnehin nur, dass die zwei Pflichten schnell erledigt sind.
Häufige Fragen
Betrifft mich der AI Act, wenn ich nur ChatGPT & Co. nutze?
Ja, aber nur wenig. Als Nutzer bist du Betreiber, nicht Anbieter, und die Alltagsnutzung ist fast immer „minimales Risiko". Es bleiben zwei Pflichten: KI-Kompetenz (seit Feb 2025) und Transparenz (ab 2. August 2026).
Was ist die KI-Kompetenz-Pflicht (Artikel 4)?
Seit Februar 2025 musst du sicherstellen, dass Personen, die KI einsetzen, ein Grundverständnis haben – Möglichkeiten, Grenzen, Umgang mit Daten. Kein Zertifikat nötig, eine kurze dokumentierte Einschulung genügt meist.
Muss ich KI-Inhalte und Chatbots kennzeichnen?
Ab 2. August 2026: Ein Chatbot muss zu erkennen geben, dass er eine KI ist, und KI-generierte oder manipulierte Inhalte (Bilder, Audio, Video – Deepfakes) müssen als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden.
Ab wann gilt was beim AI Act?
In Kraft seit 2024; verbotene Praktiken und KI-Kompetenz seit Februar 2025; Regeln für allgemeine KI-Modelle seit August 2025; Großteil samt Transparenz ab 2. August 2026; Hochrisiko-Regeln ab 2027.
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